Aktuelle Modetrends: Das kann man(n) mit Bart tragen

Aktuelle Modetrends: Das kann man(n) mit Bart tragen

Aktuelle Modetrends: Das kann man(n) mit Bart tragen

London, Mailand, Paris. In einem halbjährlichen Turnus bestimmen die Fashion-Week-Metropolen die Mode von Morgen. Gerade noch laufen aktuelle Modetrends bei Hèrmes, Versace oder Louis Vuitton über den Laufsteg, und schon am nächsten Tag prägt er die Frühjahrskollektionen eines Großteils der Bekleidungsmarken. Impulse für Stoffe, Stile und Farben sind schnell gegeben. Doch gibt es eigentlich auch einen Einfluss der Modeindustrie auf den aktuellen Bartstil?

In diesem Beitrag blicken wir näher darauf, was die Taktgeber der Mode im kommenden Frühling an uns Männern sehen. Dazu zeigen wir dir, zu welchem aktuellen Bartstil diese Modetrends passen können — wenn du dich mit ihnen identifizierst. Vielleicht entdeckst du etwas Neues, dass du gerne ausprobieren möchtest — sowohl modisch, als auch in punkto Bart.

Zu Beginn: Gibt es eigentlich eine Verbindung zwischen Bart- und Modetrends?

Wie wir unseren Bart tragen ist seit jeher durch äußere Einflüsse bestimmt. Als bestes Beispiel hierfür dienen vor allem kulturelle oder religiöse Beeinflussung — teilweise bis heute, wie es im Judentum oder im Islam der Fall ist. In der westlichen Welt scheint der Bart jedoch mehr einen modischen Charakter zu haben und sich an gesellschaftlichen Trends zu orientieren

Prominente und Modeindustrie prägen “unsere Trends”

Vor allem bekannte Persönlichkeiten und die (Luxus-)Modeindustrie geben oft den Ton darüber an, welche Styles die Gesichter der Männer dominieren. Die Prominenten kann man sich quasi als “Botschafter” der Modeindustrie vorstellen. Häufig durch Werbeverträge mit den entsprechenden Luxusmarken aber auch ihrem allgemeinen Lifestyle sind sie nah an den Trends. Diese tragen sie dann an die breite Gesellschaft weiter. Taucht zum Beispiel ein Foto von Brad Pitt mit einem Schnurrbart auf, findet man diesen relativ schnell in einigen Männergesichtern wieder. Auch der Einfluss der Mode lässt sich hier erkennen. 

Aktuelle Modetrends = Aktuelle Barttrends?

Denn genau wie Modetrends, wiederholen sich verschiedene Barttrends von Jahr zu Jahr. in Beispiel dafür ist der aktuelle und immer wiederkehrende Schnurrbart-Trend. Derzeit kommt der Aufwind des Schnurrbarts  vom modischen Revival der 80er Jahre, welches sich in den letzten zwei Jahren in der Mode stark beobachten ließ, und auch die Schnurrbärte in den Gesichtern trendbewusster Männer zum sprießen brachte. Auch der Kompromiss-Trend des kurzen 3-Tage-Vollbarts der frühen 2000er-Jahre lässt sich auf dieses Phänomen zurückführen.. Zum damaligen Zeitpunkt war für Herren vor allem ein schlichter, eleganter und glatter Business-Look in Mode. Um diesem Stil gerecht zu werden, verabschiedeten sich also viele Männer von ihrem richtigen Vollbart, da sie das Gefühl hatten, dieser wäre nicht mit ihrem professionellen Auftreten vereinbar.

Was bedeutet das?

Wir halten fest: Aktuelle Modetrends haben einen weitaus größeren Einfluss auf Bartstile, als man vielleicht vermutet. Wir haben daher einige Stil-Beispiele aufgestellt, die sich an den Big Playern der Modeindustrie  orientieren. Wir wollen dir zeigen wie du deinen Lieblings-Bartstil modisch untermauern und einen individuellen Look kreieren kannst. Das Gute: In vielen dir bekannten Online-Shops findest du jetzt schon Stücke, die den Trend repräsentieren und die du einfach (und weitaus günstiger) nachkaufen kannst. 

1.  Klassisch und komfortabel: Bequeme Anzüge für Beruf & Freizeit

Aktuelle Modetrends
Im Zuge der aktuellen Modetrends erlebt der Zweireiher-Anzug ein Comeback. // Quelle: dmarge.com

Während zu Beginn des Jahrtausends noch enge und geradlinige Anzüge die Männermode dominierten, sind nun die locker und weit geschnittenen Anzüge am Zug. Dabei ist es egal, ob du auf einen Einreiher (das Sakko wird mit bis zu drei Knöpfen verschlossen) oder einem Zweireiher (das Sakko hat zum Schließen zwei parallele Knopfreihen) zurückgreifst. Der Einreiher bietet sich vor allem dann an, wenn du dich gerne etwas konventioneller kleidest, spiegelt er doch das Bild des klassischen Herrenanzugs wieder. Der Zweireiher hingegen hatte lange mit einem verstaubten Image zu kämpfen, tragen ihn angeblich nur alte oder etwas korpulente Herren. Dies beruhte darauf, dass der Zweireiher an sich schon etwas weiter geschnitten ist. Der Trend zum weiten Anzug verleiht diesem verstaubten Image des oft vergessenen Schnitts jedoch einen frischen und jugendlichen Glanz.

Zu diesem Bartstil passt der Look

Eine perfekte Ausgangslage zu diesem Look bietet ein Moustache à la Tom Selleck (Link auf Bild/Wikipedia-Seite), kombiniert mit einem gepflegten Dreitagebart und garantiert dir einen stilsicheren Auftritt — egal ob beruflich oder privat. Allerdings ist hier etwas Vorsicht geboten: Die Kombination dieser beiden Bartstyles lässt dein Gesicht länger wirken und eignet sich besonders dann, wenn du ein eher rundliches Gesicht hast. Für einen optimalen Bartlook ist es dabei wichtig, dass du den Dreitagebart regelmäßig stutzst und pflegst. Auch der Moustache muss regelmäßig in seiner “Magnum”-Form (hier Link auf Magnum, falls die Serie nicht bekannt ist) gehalten werden. Für gesunde Barthaare und gegen lästiges Jucken empfehlen wir dir auch bei einem Dreitagebart den Einsatz von Bartöl oder Bartbalm.

Wie setze ich den Trend um?

Einen bequemen Anzug kannst du zu unterschiedlichen Anlässen tragen. Wenn du dich in deiner Freizeit gerne schicker aber dennoch modern kleidest, triffst du mit einem weit geschnittenen Anzug eine gute Entscheidung. Wichtig ist, dass die Hose deines neuen Anzugs eine gewisse Länge ( ⅞-Hose, über dem Knöchel) mit sich bringt. So kannst du, mit den passenden Sneakern oder Sandalen, einen sportlich-legèren aber dennoch klassischen Look kreieren. Wenn du ganz mutig bist, kannst du im Hochsommer das Sakko auf nackter Haut tragen (Hèrmes macht es vor).

Auch im Berufsalltag lassen sich Elemente dieses Trends gut einsetzen. Je nach Berufsfeld, bietet es sich an, nicht auf den komplett bequemen Look zu setzen, damit du einen nicht “zu lègeren” Eindruck vermittelst. Konkret bedeutet das: Kombiniere zum Beispiel ein weit geschnittenes Sakko (Oversize-Look) mit einer engen Hose (z.B Skinny oder Slim-Fit). Das Sakko fungiert dann ähnlich einer leichten Sommerjacke. Andersherum kannst du auch eine etwas weitere Anzughose (Gürtel nicht vergessen!) mit zum Beispiel einem Slim-Fit-Hemd oder Shirt kombinieren. So schaffst du schöne, stilsichere Kontraste.

Nachkaufen kannst du diesen Trend übrigens ganz leicht: Greife einfach zu weit geschnittenen Modellen in deiner persönlichen Größe. Alternativ kannst du auch eine Nummer größer kaufen. Achte hier jedoch darauf, dass du einen Anzug entsprechend deiner Körperform wählst. So vermeidest du, dass aus einem stilvollen Oversize ein Zelt-Look wird bei dem die Ärmel beispielsweise bis zu den Fingerspitzen reichen. Unser Tipp: Stöbere hier einmal in einem lokalen oder online Second-Hand-Shop. Dort findest du meist hochwertige Jackets oder Sakkos (auch von höherpreisigen Marken) zu einem fairen Preis. 

2. Sanfte Farben: Pastelltöne dominieren die Freizeitmode

Aktuelle Modetrends: Pastell-Outfit
Auch mit einem monochromen Pastell-Look kannst du ein optisches Highlight setzen, wie der Blogger von Extra Inches zeigt. Quelle: Extra-Inches.de

Auch in puncto Farben kommt diesen Frühling eine Veränderung auf uns zu. Louis Vuitton und Thom Brown geben der Männermode vor, was in der Damenwelt schon vergangenes Jahr zum Trend wurde: Pastellfarben. Während die Männermode bis zuletzt vor allem von knalligen Neonfarben dominiert wurde (Stichwort: Colorblocking), sorgen nun Rosé- und Minttöne für eine erfrischende aber dezente Abwechslung. Ergänzt wird die Farbpalette durch ausgeblichenes gelb und verschiedene Fliederfarben. Lass dich dabei von Rosé als Farbe für Herren nicht abschrecken. Im laufe des letzten Jahrzehnts wurde die klassische Definition von Farben etwas gelockert. Sollte der Farbton dennoch nicht zu dir passen, kannst du ihn auch als eine Art “farblichen Akzent” in deinen Stil integrieren zum Beispiel über eine Fliege. 

Zu welchem Bart passt dieser Trend?

Zugegeben — dieser Farbtrend impliziert schon fast einen glattrasierten Look im Gesicht. Doch als Träger eines sogenannten ZZ-Bartes (ein extra langer Vollbart), sorgst du für einen aufregenden Kontrast zwischen weichen Farben und einem kernigen Gesichtslook. Beim ZZ-Bart gilt dabei die Regel: Je länger, desto besser. Oft dauert es einige Jahre, bis du ihn in seiner perfekten Form gezüchtet hast. Aber Achtung: trotzdem ist das regelmäßige Stutzen und Pflegen wichtig, damit der Bart gesund bleibt.

Die Länge des Bartes streckt optisch dein Gesicht und eignet sich vor allem dann, wenn du ein rundes oder eckiges Gesicht hast. Ein schmales Gesicht würde der Bart unvorteilhaft verlängern. Natürlich ist ein solcher Bart ein langfristiges Projekt und lässt sich nicht auf die Schnelle mit einem aktuellen Trend kombinieren. Daher gilt: Selbst, wenn du keinen superlangen ZZ-Bart hast, kannst du auch mit einem “klassischen” Vollbart den beschrieben Kontrast optimal umsetzen. Beachte auch hier die “Regeln” einer klassischen Bartpflege-Routine. Die etwas “sanfteren” Farbtöne lassen den Look insgesamt sehr hochwertig aussehen, dazu würde ein ungepflegter Bart schlichtweg nicht passen.

Wie setze ich aktuelle Modetrends wie diesen um?

Folge einfach dem Motto: “Ruhig mal blass aussehen”. Die Pastellfarben eignen sich besonders für Chino-Hosen, Web-Stoffe und Tech-Materialien wie zum Beispiel leichte Sommerjacken. Besonders viel Wirkung erzielst du mit den Farben, wenn du dich für einen sogenannten monochromen Look entscheidest. Monochrom bedeutet dabei, dass du dich von Kopf bis Fuß an einer Farbpalette bedienst. Praktisch dabei: Dieser Farbtrend lässt sich optimal mit dem zu Beginn vorgestellten Anzug-Trend kombinieren. Dann solltest du ihn aber lieber im Freizeit-Bereich umsetzen. Ansonsten lässt sich dieser Farbtrend komplett nach deinen persönlichen Bedürfnissen umsetzen. Egal ob die bereits zu Beginn erwähnten Kleidungsstücke oder für Hemden, T-Shirts und Sweater: Deiner Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Achte mal bei deinem nächsten Besuch in der Innenstadt oder deinem bevorzugten Online-Shop darauf, ob du schon die ersten Kleidungsstücke in den neuen Trendfarben findest. Denn meist sind aktuelle Modetrends schneller zu kaufen, als sie über den Laufsteg laufen.

 

3. Tropisch: Animal & Artsy Prints für den gekonnten Streetstyle

Schon in diesem Winter hat unter anderem Versace den Animal-Print wieder zum modischen Thema für Herren gemacht. Dabei lässt sich das Muster auf Jacken, Hemden oder Sweatern abwechslungsreich kombinieren.
Auch die immer tiefergehende Verbindung von Mode und Kunst wird in der kommenden Saison wichtiger. Immer mehr Designer kollaborieren mit aufregenden und zeitgenössischen Künstlern. Als Ergebnis dürfen wir uns über abstrakte Stücke freuen, die den abgetragenen Floral-Print endlich ablösen.

Und für welchen Bartstil eignet sich dieser Trend?

So viel Retro-Impulse schreien schon fast nach einem gekonnten Schnurrbart. Der Animal-Print lässt Erinnerungen an die Hoch-Zeiten der Aerobic-Mode der 80er aufleben — fehlt also nur noch der passende Moustache. Das Tolle an einem Moustache (dieses mal ohne Kombination mit dem Dreitagebart!) ist, dass er deine Gesichtsform nicht signifikant verändert. Durch die passende Pflege kannst du den Moustache optimal zur Geltung bringen. Auch andere Bartstile, wie zum Beispiel ein gepflegter Dreitagebart oder ein Vollbart sorgen für einen tierischen Auftritt, wenn du sie mit einem Animal Print Kleidungsstück unterstreichst.

Wie setze ich den Trend um?

Zugegeben — für den klassischen Berufsalltag bietet sich dieser Trend nicht, fällt er doch definitiv in die Kategorie “auffallender Streetstyle”. Wenn das deine Welt ist, dann bist du mit den aufregenden Tier- und Kunstmustern jedoch bestens bedient. Dabei kannst du die Prints auf fast allen Kleidungsstücken tragen. Besonders Hemden oder T-Shirts bzw. Sweater bieten sich hier an, die du mit einer schlichten, schwarzen Hose kombiniert in den Vordergrund rücken kannst. Wenn du ganz mutig bist, kannst du auch auf eine Hose (z.B. Chinos oder Stoffhosen) mit aufregendem Muster zurückgreifen. Kombinierst du diese mit einem gemusterten Oberteil, sorgst du zudem für den sogenannten “Pattern Clash” — eine besondere Herausforderung in Sachen Kombination der aktuellen Modetrends. Auch hier hast du die Möglichkeit, nach deinen Bedürfnissen zu experimentieren, um die für dich perfekte Muster-Kombination zu schaffen. Zum Schluss wird der Look noch durch ein Paar aufregende Sneaker abgerundet und fertig ist dein Animal-Streetstyle-Look.

Aktuelle Modetrends: Der Frühling kann kommen

Die Modewelt hat gesprochen. Nun liegt es an dir, inwieweit du die von uns vorgestellten aktuellen Modetrends der großen Designer in deinen Stil integrieren kannst — oder möchtest. Eines ist auf jeden Fall sicher: Langweilig wird der Frühling garantiert nicht. Und das unabhängig davon, ob du einen dieser Trends mitmachst oder nicht. Bring deinen Bart auf Vordermann, style dich, wie du dich wohlfühlst und erobere die Straßen deiner Stadt.

Übrigens: Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit solltest du auf deinem Mode-Abenteuer auch einmal in den Second-Hand-Shops (z.B. Humana oder Oxfam) deiner Stadt vorbeischauen. So findest du meist kostengünstig ein Trendstück, dass dir so schnell kein anderer nachkaufen kann. Und vielleicht setzt du deinen eigenen Trend, den noch kein Modehaus vorgegeben hast.

Wie haben dir die aktuellen Modetrends gefallen? Auf welches modische Highlight freust du dich besonders in der kommenden Saison? Wir freuen uns über deine Meinung in der Kommentarspalte.

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